Mittwoch, 30. März 2016

Das chinesische neue Jahr, das Jahr des Affen

Dieses Jahr fand das chinesische neue Jahr am 8.Februar statt.
Auch hier in Phuket und in Asien wird das chinesische neue Jahr regelrecht gefeiert. Der Einfluss von China ist logischerweise entsrpechend viel grösser, als was wir im Westen davon überhaupt mitbekommen.
Auf jeden Fall ist er so gross, das auch in Thailand dieses Fest so zelebriert wird, das es offizielle Feiertage sind. Die Thais feiern ja generell gerne und so kommen diese Tage natürlich gelegen.
Schon Tage voraus hört man überall Böllerketten, die abgebrannt werden und die für ein gutes Jahr sorgen sollen.
Auch für den Tourismus ist es ein Highlight, da eine grosse Anzahl Chinesen über diese Zeit in die Ferien reisen. Ist ja bei uns auch nicht anders. Dementsprechend hat sich die Industrie drauf angepasst.
Leider habe ich aufgrund eines Missverständnisses die Neujahrsparty am Vorabend in der Bangla Road verpasst, was mich ganz enorm verärgert hat.
Aber dennoch am offiziellen 8. Februar hab ich doch noch ein paar spektakuläre Fotos von der Artistengruppe machen können, die im Jungceylon Center ihre Show zeigt.
Alle Fotos davon könnt ihr HIER anschauen.

Als Erstes wird tradtionell mit dem Drachen durch die Bangla gegangen. Dabei werden gute Wünsche und Spenden eingesammelt.

Und genau wie sich ein Drache verhält, rennen die Träger mit dem gut 25m langen Drachenkörper auf Stangen tragend, durch jedes Lokal auf und ab der Bangla Road. Dies soll die alten Geister vertreiben, damit die sich wieder mal bewegen und auch etwas tun.

Aber auch im Jungceylon Center sind überall Glücksboten, mit denen man sich fotografieren lassen kann.

Und jeder, der kann, zieht sich dafür in Rot und Gold an.

Auch Essen wird gratis verteilt, besonders traditionelle chinesische Sachen, die gleich Vorort am Tisch hergestellt werden und die man dann probieren kann.

Etwas später folgt dann die grosse Show der Artistengruppe. Was die hier so zeigen, wäre in Europa allein schon wegen der Sicherheitsvorschriften kaum zu machen.
Hier ein anderer Drache, auch etwa 25m lang, aber mit LED Lichtern ausgestattet

Auch diese lustigen Drachen dürfen nicht fehlen. An dieser Show waren insgesamt 9 und jeder in einer anderen Farbe. Der rote hat dann sehr lange den Weg alten Jahres gezeigt, bis hin zum aufstieg. Wie man sieht sind zwei Personen darunter die hier von Stange zu Stange springen. Eine enorme Leistung.

Aber auch die menschliche Pyramide darf nicht fehlen. Die kleinsten müssten dann immer zuoberst hinaufklettern.

Zuguterletzt nach dem Kampf gut gegen böse dann die Wünsche für das neue Jahr.
Das Jahr des Affen gilt als turbulent und wild. Und nach Horoskop ist es eigentlich sinnlos, grosse Pläne zu machen, denn es wird sowieso wieder alles über den Haufen geworfen.
Daher werden die Leute eher etwas zur Ruhe gebeten wo man sich wieder auf die einfacheren Dingen konzentrieren soll. Auch wird vorausgesagt, das grosse Dinge wie Revolution oder Umbrüche kaum einen Effekt haben werden weil es in dem unkontrollierbaren Verhalten des Affen einfach untergeht.
Also nehmt es etwas ruhiger und seid weniger hektisch, denn es kommt auf jeden Fall anders als geplant.
In dem Sinne ein gutes neues Jahr.

Mittwoch, 16. März 2016

Immer am Arbeiten

Wie ihr ja alle wisst, bin ich ja nicht für die Ferien hier, sondern um zu arbeiten.
Ich bin nach wie vor der Meinung, das man es hier zu etwas Verdienst bringen kann, wenn man nicht aufgibt, durchhält und keinen Herzinfarkt bekommt ab all dem Blödsinn, den einem hier in Thailand mit Behörden, Angestellten oder anderen entgegenschlägt. Meist, einfach nur, bis mal verstanden wird, was man eigentlich benötigt.

Viele denken sich bestimmt, oh cool der geht ja jeden Tag in den Ausgang.
Ja das stimmt, aber genau deswegen bekomme ich eben auch Aufträge. Weil ich Präsenz zeige, mit den Leuten darüber rede was ich mache und anbiete, und vor allem Fotos zeigen, die ich schon 
 geschossen habe.

Seit Dezember habe ich ich mehr oder weniger durchgehend 7 Tage die Woche gearbeitet. Auch an meinem offiziellen Frei-Tag, den ich eigentlich versuche immer am Sonntag zu machen, arbeitete meistens auch noch mal wenigstens 4 Stunden oder länger, je nach Situation.

Als Fotograf kann ich die Ereignisse halt nicht planen.
Die Ereignisse planen den Fotografen, der dann entscheidet ob er es annimmt oder nicht.

Da ich aktuell immer noch am Anfang bin, versteht sich von selbst, das ich jede Gelegenheit nutzen muss, um meine Kosten zu decken. Daher sieht man mich in der Stadt praktisch nie ohne meinen gut 12 Kilo schweren Fotorucksack. Diese Tatsache hat mir nun doch schon einige kleine Aufträge beschert, weil ich eben grad vor Ort war und eine Kamera dabei hatte.
Auch bin ich seit Dezember noch kein einziges mal am Strand gewesen, oder hab mir einen Sonnenbrand geholt - Ist eigentlich auch eine Leistung.

Tagsüber gehe ich nur grad zum Essen raus, wenn wir nicht grad kochen wollen und den Rest des Nachmittages ist meistens Arbeit am Monitor angesagt, wo ich die Aufnahmen vom letzten Einsatz verarbeite. Auch gibts es für mich als Direktor der Firma viel an Verwaltungszeug zu erledigen und selbst wegen Details, wo du irgendwo hin musst, sind 2 Stunden sehr schnell einfach durch.
Meist gehe ich an den Strand für die Sonnenuntergänge, aber ich habe mir vorgenommen, das ich sicher noch einige male an den Strand kommen werde wenn es hell ist und auch heiss.
Meine etwas dunklere Hautfarbe hört im allgemeinen dort auf, wo die Ärmel des Shirts beginnen oder auch an den Hosenbeinen wo die Shorts anfangen. Dazu ein gestochen scharfes Muster der Bänder von den Sandalen auf meinen Füssen.
Aber wie gesagt, man bekommt Aufträge aufgrund der Präszenz, die man zeigt.
Und so wurde ich für die Eröffnung von einem neuen Club gebucht, der sich auch in der Bangla Road befindet.
Geführt wird er von einem Franzosen, der vorher schon recht erfolgreich in der Geschäftsleitung vom Seduction Beach Club tätig war.
Der Club will sich im Luxussegment einordnen und somit sind die Tische mit Sitzgelegenheit für den Flaschenservice reserviert. Der gemeine Rest darf dann an Stehtischen in der Mitte des Clubs seine Getränke abstellen.

Es war ein kleines Softopening des Belvedere Clubs und daher wurde der ganze Anlass auch noch nicht so an die grosse Glocke gehängt. Aber immerhin gabs ein  kleines Buffet mit Snacks.

Links der Chef, Mike Orlandini mit zwei Freunden

Aber auch die Konkurrenz schläft nicht. Hier die Fotografin von Eyezphoto, die mit ihrem Mann zusammen fast in jedem Club anzutreffen sind, die von einem Franzosen geführt werden. Was so gegen die halbe Bangla Road und andere Clubs auf der Insel ausmachen dürfte.

Es gibt aber tolle Shots zum Trinken.

Hier der Hip Hopper Soultouane (Sultan) Benjadid aus Algerien. Ich habe keine Ahnung, woher in Phuket auf einmal alle diese Hip Hop Fans gekommen sind. Und dies praktisch nur aus dem französischen Raum.

Es ging doch recht gut zu und her, war aber auch sehr laut. Da müssen die Techniker schon noch einmal an der Lautstärke schrauben. Ich hatte zum Glück meine Ohrstöpsel drin, denn so gegen die 6 Stunden für so eine Arbeit ist dann schon sehr belastend. Aber das Personal wird wohl noch mehr unter der Lautstärke leiden, da es in Thailand kein Gesetz gegen die Obergrenze gibt.

Hier noch der zweite Headliner des Abends, der Rapper OBG, ebenfalls aus Algerien. Der scheint doch recht bekannt zu sein, wenn man das Publikum dazu hört, die alle seine Lieder komplett mit dem Text mitgesungen haben.

Aber auch dieser Abend muss mal ein Ende finden und so bin ich dann müde und zufrieden gegen 5 Uhr früh ins Bett gekommen. Die Fotos machten Eindruck und das Management war sehr zufrieden.

Ein paar kleine Dinge habe ich aber an dem Abend gelernt:
Französisch ist keine Sprache für Hip Hop und Rap
Ich mag keinen Hip Hop und französischen Rap.

Montag, 7. März 2016

Aua

Nachdem nun Rene und Bernahrd wieder weg waren, kehrte nun wieder etwas der Alltag ein. Ich ging meiner Arbeit nach und verarbeitete bereits geschossene Fotos.
An sich ein ganz normaler Tag.
Es war leicht bewölkt und es zeichnete sich ab, das es am Abend wohl etwas regnen könnte.
Ayar, meine Mitbewohnerin hat sich ums Haus gekümmert und fuhr dann am Nachmittag los um Freunde zu besuchen. Wie üblich hängte sie noch Wäsche auf, bevor sie losfuhr.
Ich beendete noch eine Arbeit und machte mich dann auch auf den Weg, um eine Pause zu machen.
Es gibt seit einigen Monaten am Südende der Nanai Road die Welsh-Bar, die mir ganz gut zusagt, wo es nette Leute hat und man auch etwas Weniges zu essen bekommen kann.
Ich also dahin, während sich mittlerweile der Himmel immer mehr verdunkelte.
Kaum hatte ich meinen ersten Softdrink serviert bekommen, fing es auch schon an etwas zu tropfen.
Ich dachte mir noch, das ich ja zum Glück im Trockenen sitze und mit Drinks versorgt bin.
Dann klingelte mein Telefon und Ayar bat mich, die aufgehängte Wäsche zuhause ins Trockene zu bringen.
Ich schaffte es gerade noch, selbst trocken bis nach Hause zu kommen und die Wäsche vom Balkon ins Innere zu bringen.
Dann gabs mal einen ersten richtig heftigen Schauer, der aber nach 10 Minuten bereits wieder weg war.
Das Gute hier ist, wenn man die Grillen aus dem Wald wieder zirpen hört, ist der Regen vorbei.
Dennoch zog ich es vor, mir den Regenschutz anzuziehen und setzte mich wieder aufs Bike, weil ich ja an der Bar versprochen hatte wieder zu kommen.
Ich fuhr also stressfrei vom Haus weg und hatte noch keine 40 km/h auf dem Tacho, als ich ca. 100m vom Haus entfernt anscheinend eine rutschige Stelle erwischt haben muss.
Da es dort auch ein wenig bergab geht habe ich die Bremse noch nicht einmal richtig angefasst, aber es reichte bereits das das Bike unter meine Hintern nach rechts riss und ich aufgrund der Massenträgheit weiter gerade aus wollte.
So landete ich also ohne Bike auf der Strasse. Ich spürte den Fall sofort und versuchte mich noch etwas seitlich zu drehen, um nicht mit der Front des Körpers auf die Strasse zu kommen.
Da ich aber auch den Fotorucksack dabei hatte, hatte der dann eine abrollen meines Körpers verhindert und ich rutschte  ein- zwei Meter seitlich auf der Strasse.
Auch mit dem Kopf schlug ich auf dem Asphalt auf, aber danke eines Vollhelms habe ich mich am Kopf nicht verletzt.
Sofort rannten Leute in der Nähe zu mir halfen mir wieder auf. Ich war natürlich im Moment noch benommen und begann die Schürfungen an den Füssen und am Knie, sowie am Ellenbogen zu spüren.
Meine Hausbesitzerin, vor dessen Einfahrt der Sturz passierte kam sogleich mit Desinfektionsmitteln angerannt und ihr Sohn nahm sich meinem Bike an und stellte es wieder auf die Räder, weg von der Strasse.
Als dann die Hausbesitzerin das Desinfektionsmittel über meine Wunden goss, musste ich schon mal heftig auf die Zähne beissen. Das hat ganz schön gebrannt.

Mit dem linken Arm bin ich dann wohl zuerst auf der Strasse gelandet. Dank der Ärmel vom Regenschutz waren die Schürfungen nicht weiter schlimm, ausser den blauen Flecken. Das muss halt jetzt einfach mal verheilen.
Mit dem linke Bein bin ich dann wohl als Zweites mit der Strasse in berührung gekommen. Hierbei habe ich mir die Shorts etwas aufgerissen, aber bei Preisen von um die 6.-CHF pro Paar ist das nicht wirklich ein grosses Verlust. Aber ich habe sie nähen lassen könne für sage und schreibe 2.50CHF

Wie genau ich mir die Füsse aufgeschürft habe, weiss ich nicht so recht. Nur, das aus dem vorderen Band herausgeruscht bin. Ich muss wohl beim Sturz mal auf den Füssen gelandet sein, ander kann ich mir es nicht erklären. Hier der linke Fuss.

Und hier noch der rechte Fuss. Man sieht also, das ich hier nur ganz knapp einer Amputation von Armen und Beinen entkommen bin.
Meinen Bike war der Sturz glücklicherweise ziemlich egal. Ausser einigen kleinen Kratzern an einer Ecke und die Glübirne vom linken Blinker war nichts zu reparieren dabei. Diese Kosten beliefen sich auf etwa 2.-CHF.
Sofort nach dem Sturz interssierte mich eigentlich mehr meine Kamera und die Objektive, ob die nicht beim Sturz in Mitleidenschaft gezogen worden sind.
Auf den ersten Blick, sah es ganz gut aus. Die Kamera selbst funktionierte noch, auch das Objektiv 24-70mm lief einwandfrei. Der Blitz hat auch nichts abbekommen und das Tablettdisplay war auch nicht gebrochen. Auch meine beiden Telefone überstanden den Sturz ohne Schaden.

Wie ich einen Tag später aber bemerkte hat mein 70-200mm Objektiv trotz des voll gepolsterten Rucksackes weniger Glück gehabt. Ich konnte zwar noch Fotos damit schiessen. Auch die Scharfstellung funktionierte noch, jedoch der Bildstabilsator konnte einfach nicht mehr seine Nullposition finden.
Also fuhr ich dann später nach Phuket Town zum Canon Stützpunkt und übergab das Objektiv zur Reparatur. Erst war ich ja noch entspannt, schliesslich habe ich ja eine Profi-Mitgliederkarte die eine schnelle Reparatur und ein Ersatz gewährleisten sollte.
DENKSTE...
Mir wurde mitgeteilt, das ich ja in Europa Mitglied bin und nicht in Asien. Somit gibt es also trotz Profikarte nur den normalen Service mit einschicken nach Bangkok. Würde dann 3 Wochen dauern.
DANKE SCHÖN....FÜR WAS HAB ICH DENN DIE KARTE ÜBERHAUPT ?!

Naja, da kann man halt nichts machen und so wartete ich. Und tatsächlich, nach 3 Wochen kam der Abholbescheid und ich konnte mein Baby wieder voll funktionstüchtig, gereinigt und kalibriert in Empfang nehmen.
So sieht also ein Bildstabilisator-Element aus von meine EF 70-200mm Objektiv. Hat mich ganze 360.-CHF gekostet. Man sieht im inneren Ring oben eine der vier Nocken reflektieren. Diese hats verbogen und darum konnte der Stabilisator nicht mehr seinen Nullpunkt finden.

Jetzt nach vier Wochen ist fast alles verheilt. Hat noch etwas alte Haut und eine Narbe am Ellenbogen. Der Handballen schmerzt noch, wenn ich drauf drücke und auch links unter Achsel habe ich noch eine kleine Prellung.
Ich bin froh, das es nicht mehr war und es ein Selbstunfall gewesen ist. Aber nach 15 Jahren unfallfreien Phuket-Aufenthalt hats ja irgendwann passieren müssen.

Unkraut verdirbt ja bekanntlich nicht....