Songkran 2014 / Das Wasserfest


Jetzt haben auch die Thais endlich das neue Jahr angefangen. Diesmal fand es am 11. und 12. April statt. Und es ist jetzt das buddhistische Jahr 2558. Wasserfest auch deshalb, weil einmal im buddhistischen Jahr zum Jahreswechsel die Buddhastatuen gewaschen und gereinigt werden. Daraus hat sich dann das Wasserfest entwickelt, welches bei den Touristen sehr beliebt ist und deswegen auch jedes Jahr sehr viele kommen. Es bedeutet aber auch das Ende des Sommer und den Beginn des Monsun, sowie das Ende der Hauptsaison und den Beginn der Hochzeitssaison (gegen 3500 Hochzeiten auf der Insel).
Für mich war es das erste mal, das ich diese Geschichte mitmache und ich habe ja schon einiges gehört darüber, wie es denn sein wird und hielt es für übertrieben.
JA VON WEGEN..... MANN WAR DAS NASS HIER.....
Die meisten Touristen beginnen mit der Wasserschlacht schon am 11. April. Hier sind dann fixe Areale in denen dann gespritzt werden darf. Am Tag darauf ist dann einfach alles unter Wasser gesetzt und dann feiern vor allem die Thais.
Leider gelten diese sieben Tage Feiern auch als Tage der Gefahr, da so das halbe Land unterwegs ist, um die Familien zuhause zu besuchen. Allein der Flughafen Bangkok fertigt in der Zeit 2 Millionen Passagiere ab. Was auf den Strassen geht, oder eben nicht mehr durch den Dauerstau, kann man sich dann ausrechnen.
Extra für diesen Anlass habe ich mir ja die GoPro Kamera angeschafft, welche ich in einem früheren Eintrag schon erwähnte.
Für den Rest besorgte ich mir Minigrip Plastiksäckchen 100 Stück für 30 Baht. Und rüstete mich nur mit dem allernotwendigsten aus:

Allein schon beim hin fahren zur Oceanview Bar wurde ich dann schon gute 5 mal mit Wasser attackiert. Auch hier hat sich mein Vollhelm widerum bewährt da ich so kaum von meiner Fahrspur abweichen musste, aus Angst das mir einer direkt ins Gesicht spritzt, wie es die Touristen Deppen immer tun.
Also angekommen und den Scooter trocken parkiert, noch schnell beim Strassenhändler eine kleine Wasserpistole erstanden und sich dann mal in der Bar einrichten.
Hier lag dann auch schon einiges an Waffen von anderen Gästen bereit:
Der kleine Micky Maus ist übrigens ein Tank, den auf dem Rücken tragen kann und mit einem Schlauch mit der Pistole verbunden ist. Die gibt es fast mit allen bekannten Comicfiguren zu kaufen und sind vorallem bei den Frauen beliebt. Für wen die dicken Kanonen sind, kann man sich dann ausmalen.
Auch ich habe mich entsprechend eingerichtet und auch die Augen geschützt, was sehr wichtig ist. Denn die grossen Kanonen können bei einem Schuss ins Gesicht ernsthafte Augenverletzungen verursachen.
Ab 12 Uhr war dann offiziell Schiesserlaubnis, was heisst, das alles was Räder und eine Ladefläche hat, mit einem Fass voll Wasser bestückt wird, den Rest mit Leuten und Wasserpistolen gefüllt oder Schüsseln oder Bechern, Hauptsache Wasser passt rein und man kann es rumschleudern, und dann im Schritttempo durch die Stadt. Aber erst mal Wasser füllen.
 
Aber auch Seitenwagen sind herrvoragend dafür geeignet:
 Die Bikefahrer ohne Vollhelm halfen sich dann halt mit Taucherbrillen. Sieht absoult idiotisch aus, hilft aber enorm.
Aber man muss ja auch ein bisschen von innen Befeuchten und so steigt dann die Stimmung zusehends..

 Viele Bikefahrer werden auch angehalten und dann wird das Gesicht mit Babypuder und guten Wünschen fürs neue Jahr eingeschmiert.
Tja und ich sah nach 2.5 Stunden bereits so aus:
Aber wie gesagt, das war erst der Anfang. In der Bangla herrscht dann einfach Krieg für 48 Stunden. Es ist nicht möglich auch irgendwie trocken da wieder rauszukommen.
Von der Stimmung her lässt es sich etwa so beschreiben wie an der Luzerner Fasnacht 5 Minuten nach dem Urknall. Nur das hier diese Stimmung dann für volle 2 Tage anhält. Wie mir gesagt wurde, sei dieses Jahr aber enorm wenig los gewesen, da die Touristen wegen der Proteste ausblieben. Mir hats schon so gereicht.
Hier die Bangla am Nachmittag.
Am zweiten Tag habe ich es dann unterlassen, irgendetwas mehr als Handy (verpackt in 2 Säcke) und Geld (auch verpackt) mit zu nehmen. Ein paar Videos habe ich auch gemacht, schneide ich aber erst zuhause wenn es sich dann auch lohnt zum raufladen.
Ich bin übrigens auch noch in den Genuss des Eis-Fasses gekommen, also mitsamt allen Kleidern ins Eiswasser getaucht. Die Aussies, die mich reintunkten, waren dann enttäuscht, als ich sagte, das ich Schweizer bin und folglich Winter mit saukalt kenne.
In den 2 Tagen war ich, glaube ich, nur grad die 8 Stunden zum Schlafen zuhause trocken. Sonst zu keiner Zeit. Ich denke, das ich mir den Schnupfen dann beim nach Hause fahren geholt habe mit dem nassen T-Shirt. Ein trockenes Anzuziehen hätte eh keinen Sinn gemacht, da man auf dem Nach Hause Weg genauso mit Wasser attackiert wird, wie auf dem Weg hin.
Auch ich hatte am zweiten Tag eine unschöne Erfahrung machen müssen, da mir ein Depp von Tourist mit einer grossen Wasserkanone in einem trockenen Areal von weniger als 1 Meter Entfernung direkt ins offene Auge schoss. Ich fühlte mich dort ja sicher vor Attacken und hatte die Schutzbrille nicht auf. Für eine halbe Stunde hatte ich dann doch Mühe auf dem rechten Auge scharf zu sehen, vom Schmerz mal abgesehen.
Er hat noch gelacht und es cool gefunden, aber am Schluss hat sich dann sein Belgeiter bei mir mit einem Bier entschuldigt und ihm mal tüchtig zurechtgewiesen. Naja, Idioten gibt es halt überall.
Nichts desto trotz war es ein ganz tolle Songkranfest mit Freunden.


Leider gehört aber auch dies zu Songkran: Die Unfallzahlen zu den 7 Tagen der Gefahr für Phuket:
Unfälle: 22;  Verletzte: 22;  Tote: 1;  Fahren ohne Helm: 2855;  Nicht angegurtet: 3935;
Betrunken gefahren: 4839;  Raserei: 1121;  Rotlicht überfahren: 709;  Fahren in falscher Fahrtrichtung: 670;
Handy beim Fahren benutzt: 756

Landesweit wurden vom 11. bis 17. April bei 2992 Unfällen 3225 Menschen verletzt und es gab 320 Tote zu beklagen. Ueber 36% davon waren auf Alkohol und Drogen zurückzuführen und gut 25% auf zu schnelles fahren.


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