Ich und die Prüfung der Sozialversicherung

Die Geschichte mit der Registrierung meiner Angestellten wird sich wohl noch etwa in die länge ziehen und löst bei mir zeitweillig Kopfschütteln, aber auch ein wenig Verständnis aus.

Nachdem ja nun vorletzte Woche eine Inspektion in meinen Büroräumlichkeiten hätte stattfinden sollen, ist diese leider auch wegen Abwesenheit von mir/uns gescheitert.
Dies war ein klares Missverständnis meinerseits.
Denn die Sozialversicherung erwartet, das man in der Woche der Inspektion von Montag 8.30 Uhr bis Freitag 17.30 Uhr permanent im Büro anwesend zu sein hat, wenn der Inspekteur ohne Anmeldung irgendwann in dieser Zeit auftaucht, um alles zu überprüfen. Also Equipment, Einrichtung, WC für Personal usw.
Interessant dabei ist, das wir zu Zeiten anwesend sein sollen, zu denen noch nicht mal die Büros der Sozialversicherung geöffnet sind. Also vor 9 Uhr und nach 17 Uhr (nine to five).
Leider hat auch mein Anwalt damals aufgrund von Nichtwissen, einfach irgendwelche Bürozeiten eingetragen, die mich nun ständig verfolgen und ich gefragt werde, warum ich nicht im Büro bin.
Nun, das hat einen einfachen Grund, meine potenziellen Kunden kommen nicht zu mir, sondern ich muss zu denen. Das wird von einem Dienstleister nun mal erwartet.
Ausserdem habe ich ja keinen Laden und muss darum auch keine Ladenöffnungszeiten haben.
Meine zweite Teilhaberin versuchte dann telefonisch, einen Termin für eine Inspektion auszumachen, wo wir alle dann sicher anwesend sein würden.
Dies wurde in geschultem Beamtenverhalten klar abgelehnt, von wegen nicht mein Job, ihr habt da zu sein wenn wir es sagen.
Leider ging dann bei meiner Teilhaberin das Temprament etwas durch mit ihr und das Gespräch war dann nicht mehr ganz so freundlich, wie ich hinterher erfahren habe, warfen die beiden sich ganz farbige Wörter an den Kopf. Ich war bei dem Telefonat nicht dabei.
Aber der Anruf ist nun in dieser meiner Akte vermerkt.
Image: Minuspunkt....

Naja, nächster Schritt nach der misslungenen Inspektion war dann ein Interview mit meinen Angestellten im Büro von der Sozialversicherung mit einem Vertreter meines Anwalts am letzten Mittwoch um 14.30 Uhr.
Am Dienstagnachmittag wurde mir dann noch mitgeteilt, das ich noch Papiere bringen soll, die beweisen, das ich den Angestellten auch Löhne zahle.
Also auf die schnelle im Internet ein paar Beispiele angeschaut, für mich adaptiert und meinen Briefkopf drauf. Ab per Email zum Anwalt, der dann die richtigen Zahlen eintrug für Lohnabzüge.
Dachte ich zumindest.
Mittwoch 14 Uhr. Ich hole ich meine Angestellte Ayar ab und wir machen uns auf den Weg nach Kathu, wo sich das Büro befindet. Die andere Angestellte Lexy wohnt bereits in Kathu und hat daher nicht so weit.
Wir kommen an die besagte Adresse und stellen fest, das es dort kein Büro der Sozialversicherung gibt. Es ist 14.25 und keine Ahnung wohin. Die Einträge im Internet waren alle falsch.
Jetzt hatte ich doch schon etwas arge Panik, wollte ich doch wenigstens pünltlich auf dem Amt sein.
Wir trafen uns unweit davon mit Lexi. Die teilte mir mit, das der Termin auf 15 Uhr geschoben wurde und das die Büros umgezogen seien - Einmal tief durchatmen.
Also zurück zur Kreuzung, abbiegen und zwei Kilometer weiter war das Büro der Sozialversicherung an bester Lage direkt an der Strasse in einem Neubau.
Da war auch schon die Helferin vom Anwalt vor Ort. Kurz die Anmeldung ausgefüllt und meine zwei Angestellten, die Helferin und die Dame vom Amt verschwinden die Treppe rauf.
Ich darf warten.
Nach einer halben Stunde kommen dann alle wieder runter.
Ich fragte die Anwaltshelferin ob nun alles gut ist. Ihr Gesicht war alles andere als fröhlich. Toll...
Meine zwei Angestellten waren auch nicht grad so toll, obwohl sie seit Wochen wissen, was sie arbeiten, waren sie nicht in der Lage das genau zu beschreiben.
Auch nicht gut für mich.
Dann sah ich den ausgefüllten Lohnzettel von meinem Anwalt. Da waren Lohnabzüge aufgelistet, die das Gehalt schon mal um fast die Hälfte kürzten. Dazu sogar bereits die Kosten für die Sozialversicherung von dessen Höhe ich eigentlich noch gar nichts weiss und wohin ich die bezahlen soll. Und auch meine Unterschrift war drauf, obwohl ich dies nie Unterschrieben habe.
Das dies der Beamtin aufgefallen ist, ist klar. Was mich jetzt doch in einem recht blöden Licht dastehen lässt.
Lange Rede kurzer Sinn:
Man denkt jetzt von mir, das ich da vielleicht etwas anderes vorhabe als das Geschäft was ich angemeldet habe. Also wurde ich mit erhobenem Zeigefinger ermahnt, mich ja an das zu halten was ich angebe zu tun.
Einen Tag später bekam ich die Nachricht, das ich von meinen zwei Angestellten je ein Passfoto bis Freitag Nachmittag einreichen soll.
Das hätte ja man auch für den Mittwoch verlangen können oder gleich vor Ort schiessen wenn wir schon da alle da waren.
Also von Ayar konnte ich das Foto im Büro gleich selber schiessen.
Und Lexi, die andere Angestellte konnte ich bis Freitag 15 Uhr nicht erreichen und sie tauchte schon gar nicht erst auf, trotz Zusage. Eine typische Thai.
Dann schickte sie mir eine Handyaufnahme, die ich dann mit meinem ganzen Photoshop-Wissen noch so hingebastelt habe, das es einigermassen ansehnlich wirkte.
Ab per Email zum Anwalt und schon war es bereits zu spät um die Bilder abzugeben.
Jetzt muss ich warten, ob es am Montag klappt und das angenommen wird, in der Hoffnung, das die Meinung über mich etwas entspannter ist.
Denn ohne diese Bestätigung, das ich Löhne und Sozialversicherung zahle, kann ich meine Arbeitsbewilligung nicht verlängern lassen.
Deswegen das ganze Theater.
Während ich diese Zeilen schreibe ist es Montag der 19. Januar um 15.30 Uhr. Bis jetzt noch keine Nachricht.
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